Bildung

Menschen mit Behinderung können in der Bildung Benachteiligung erfahren, wenn ihren besonderen Bedürfnissen nicht Rechnung getragen wird. Zudem besteht die Gefahr, dass sie in intellektuell weniger anspruchsvolle Tätigkeiten oder Ausbildungen abgedrängt werden und ihr Potential nicht voll ausschöpfen können.

Regelschule

Gemäss Artikel 20 Absatz 1 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) haben die Kantone dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung eine Grundschulung erhalten, die ihren besonderen Bedürfnissen angepasst ist. Ausserdem müssen die Kantone Schulungsformen fördern, die die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in die Regelschule ermöglichen. Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung werden jedoch immer noch häufig einer Sonderschule zugewiesen.
Um ein integratives Schulsystem zu gewährleisten, ist die Einstellung von Lehrkräften, einschliesslich solcher mit Behinderung, die in Gebärdensprache oder Brailleschrift ausgebildet sind sowie die Schulung von Fachkräften sowie Mitarbeitenden auf allen Ebenen des Bildungswesens notwendig.

Berufsbildung

Die rechtliche Gleichstellung in der Berufsbildung wird mit dem "Nachteilsausgleich" umgesetzt. Unter diesem Begriff werden Massnahmen verstanden, die behinderungsbedingte Nachteile ausgleichen sollen. So sollten beispielsweise Kandidatinnen oder Kandidaten, die aufgrund ihrer Behinderung bei ihren Abschlussprüfungen der beruflichen Grundbildung besondere Hilfsmittel oder mehr Zeit benötigen, diese auch erhalten. Die Massnahmen beschränken sich auf die Bereiche, die aufgrund der Behinderung nicht oder nur teilweise erfüllt werden können. Die kognitiven und fachlichen Anforderungen müssen denjenigen der nicht-behinderten Lernenden entsprechen. Leider werden Massnahmen des Nachteilsausgleich häufig verweigert.
Das Webportal berufsbildung.ch hat ein Merkblatt zum Thema "Nachteilsausgleich" verfasst.

Lehrstellenbörse

Auf der Website von myhandicap.ch finden Jugendliche mit einer Behinderung eine Lehrstellenbörse mit Lehrbetrieben, die ihre Fähigkeiten nutzen, anerkennen und fördern.

Hochschule

Artikel 8 der Bundesverfassung schreibt vor, dass "das Gesetz Massnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen von Behinderten vorsieht." Dies beinhaltet auch den vollen Zugang zum Studium. Studierende mit Behinderung sind jedoch mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Verschiedene Hochschulen im Kanton Zürich haben deshalb Fach- oder Beratungsstellen geschaffen, um Studierende mit einer Behinderung zu unterstützen und zu beraten:

Fachstelle Studium und Behinderung der Universität Zürich

Beratungsstelle Studium und Behinderung der ETH Zürich

Stabstelle Diversity der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW

Die BKZ setzt sich in der Kommission "Studium und Behinderung" der Universität Zürich für die Bedürfnisse von Studierenden mit Behinderung ein.